There’s no place like home …

Normalerweise, wenn man im Ausland lebt, freut man sich ja über Nachrichten und Neuigkeiten von „zuhause“ – aber derzeit offenbart ein Internet-Blick in den deutschen Blätterwald (in Form von Spiegel, Frankfurter Allgemeine und Süddeutsche Zeitung) ein wahres Trauerspiel!

Finanzloch, Reformstau und Umfragetief zeichnen ein peinliches Bild, da bin ich ja richtig froh, dass wir derzeit nichts damit zu tun haben … ärgerlich nur, dass ich weiterhin in Deutschland steuerpflichtig bin. Aber vielleicht findet sich dafür auch noch ein Schlupfloch …

Auf jeden Fall wäre momentan für Schröder doch der perfekte Zeitpunkt für tiefgreifende Reformen: Unbeliebt ist er sowieso schon, da kommt es auf ein paar Prozente mehr auch nicht an! Wird aber natürlich nicht klappen, weil Friedrich „Dagegen!“ Merz vermutlich das Bundesverfassungsgericht anruft.

Und damit das nicht genug ist, holt mich auch persönlich noch einiges ein, was ich abgeschlossen wähnte: T-Online bucht trotz Kündigung fröhlich weiter meine Flatrate ab, unsere Krankenkasse drückt sich vor diversen Zahlungen, unser alter Vermieter kommt mit der Kaution nicht rüber, und zu allem Überfluss fällt dem Bundesverwaltungsamt auch noch ein, dass Katharina eigentlich genau jetzt anfangen könnte, ihr BaFöG zurückzuzahlen.

Aber zum Ausgleich (trotz des Namens) gibt es ja zum Glück nichtlustig.de.

Failure to communicate

[Technik] Wie es aussieht, war mein Server einige Stunden nicht erreichbar. Sorry! Aber jetzt sollte alles wieder in Ordnung sein

Was Amerikaner ja zu meiner großen Schwierigkeit praktisch nie tun, ist beim Autofahren die Blinker zu benutzen. Kommt natürlich in der Führerscheinprüfung vor (inklusive der erwähnten Handsignale), aber sobald sie beim DMV wieder von Hof gefahren sind, ist das alles anscheinend vergessen. Kombiniert mit der Eigenart hiesiger Autos, für Bremsleuchten und Blinker ein und dieselbe Lampe zu haben, habe ich mich schon so einige Male recht knapp hinter meinem Vordermann wiedergefunden …

Ergänzung zu gestern: Habe ich behauptet, in den USA wäre der Zahlungsverkehr unterentwickelt? Not any longer! Ab sofort kann nämlich der Kunde bei San Diegos Kabel-Provider „Cox Communications“ das nagelneue „EasyPay“ benutzen. Und muss die monatlichen Kabelgebühren nicht mehr per Scheck im Brief bezahlen, sondern kann den Betrag einfach von seinem Konto abbuchen lassen. Vollautomatisch. Revolutionär! Hoffentlich wird das in Europa auch bald eingeführt 🙂

I’m an alien, I’m a legal alien …

Katharina hat heute endlich ihre Social Security Number bekommen, und ist damit als vollwertiges Mitglied in die amerikanische Gesellschaft aufgenommen. Ich kriege ja leider als „Nur-Ehemann“ keine, aber zumindest lässt das hoffen, dass wir auch offiziell jetzt als eingereist gelten, und deswegen die anderen Dokumente (Führerscheine, Fahrzeugbrief, …) bald mit der Post eintrudeln …

Und wo wir gerade beim Einleben sind: Ein Bankkonto ist mittlerweile ebenfalls eröffnet. Wg. obiger Nummer auch nur von Katharina, denn ein „Alien“ wie ich kriegt hier nicht das Privileg, Schecks ausstellen zu dürfen. Letzteres ist aber wichtig, denn mangels Überweisungen oder gar Daueraufträgen müssen wir natürlich so unsere Miete, Telefonrechnung und so weiter begleichen.

Immerhin sind die Schecks sehr hübsch – angeblich aus Sicherheitsgründen nämlich farbig, was hier bedeutet, dass sie komplett bunte Szenen aus Bugs Bunny-Cartoons, Winnie the Pooh oder (natürlich) Stars & Stripes zeigen.

Foto des Tages: Endlich einmal in der Totale unser bescheidenes Heim (die Garage links, um genau zu sein. Zwei Drittel davon, noch genauer. Amerikanische Garagen sind eben auch etwas größer …)

Take me to the movies!

All‘ die Frühaufsteher da draußen (zum Beispiel Gabi) haben gemerkt, dass das Tagebuch für heute ein wenig später ins Netz gestellt wurde. Liegt daran, dass wir gerade erst aus dem Kino zurück sind: „Harry Potter and the Chamber of Secrets“ – ganz netter Film, vor allem für mich, wo ich (vermutlich als einziger im Kino) das Buch nicht einmal kenne. Allerdings macht es nur halb soviel Spaß einen Film zu sehen, der gleichzeitig in Europa angelaufen ist. Dann habe ich euch ja gar nichts voraus 🙂

Muss gleich mal nachsehen, ob wenigstens der nächste Bond hier eher kommt …

Um bis in Kino zu kommen war auch mal Tanken angesagt. Offenbar schafft unser Auto mit einer Tankfüllung knapp 300 Meilen. Nicht wahnsinnig viel, aber dafür kostet einmal Volltanken andererseits auch nur $20 … und auf jeden Fall ist das Tanken spannend: Erst an der Zapfsäule direkt die Kreditkarte einschieben, dann die gewünschte Summe auswählen (wobei man tunlichst keinen Betrag wählen sollte, wie man ihn aus Deutschland gewohnt ist. Bei $1.56 pro Gallone kostet eben alles etwas weniger) und dann Zapfen. Beziehungsweise irgendwo den Hebel finden, der die Pumpe vorher anschaltet. Und dann Zapfen. Wieder was gelernt!

Ich habe übrigens wegen einiger Kommentare besorgter Leser zum Umweltbewusstsein auch noch einmal in den Papieren nachgeschaut: Unser Auto ist auch ein 3 Liter-Auto. Allerdings sind die verteilt auf 6 Zylinder …

Another saturday night …

Na gut, selbst für hiesige Verhältnisse ist es momentan extrem sonnig: Sogar die Nachrichten hatten heute ein großes Special mit Berichten von Strand, Surfern und Höchsttemperaturen. Aber wir werden uns nicht beklagen …

Wir haben die Gelegenheit genutzt, uns die Gegend in der wir wohnen, ein wenig näher anzusehen (dazu ein Foto, versteht sich, diesmal in Form einer Collage von Katharina). Teilweise extrem beeindruckende Grundstücke (mit typisch amerikanischem Briefkasten am Anfang eines unendlich langen Driveways), mit meistens sehr viel weniger beeindruckenden Häusern. Die „Architektur“ mit ihren Papp-Häuschen ist in Kalifornien schon gewöhnungsbedürftig …

In Deutschland mittlerweile praktisch unbekannt, sind hier außerdem noch überall Telegrafenmasten für Strom- und Telefonleitungen aufgestellt. Damit im Falle eines Sturms auch theatralisch das Licht ausgehen kann, wenn ein Ast drauf fällt. Obwohl, manchmal braucht es nicht einmal das: In den Wohnungen hier wird auch gerne Mal die Beleuchtung dunkler, wenn man einfach einen weiteren Verbraucher ans Netz hängt, zum Beispiel unseren Wasserkocher.

Pitch Black

Verdammt, ist das dunkel hier! Ab 17.00 Uhr herrscht stockfinstere Nacht, und so weit draußen gibt es nicht einmal Straßenlaternen. Dafür ist der Sternenhimmel um so beeindruckender …

A propos weit draußen: Leider reicht dsl nicht bis zu uns, ich werde also die nächsten Monate wirklich mit einem Modem auskommen müssen. Fiese Vorstellung!

Und es sieht aus, als hätte ich nicht alle von unserer Abreise unterrichtet: Habe heute ein Kursangebot bekommen. Vielleicht sollte ich zusagen, unter der Bedingung, dass die Reisekosten übernommen werden 🙂

Einen Fernseher haben wir natürlich mittlerweile schon, und auch wenn ich wusste, dass es häufig Wiederholungen gibt, damit 70 Kanäle ihr Tagesprogramm füllen können – die Tatsache, dass in den letzten paar Tagen wirklich sämtliche Filme, die ich hier vor zwei Jahren schonmal im TV gesehen habe, schon wieder gelaufen sind, gibt mir dann doch zu denken.

Dude, where’s my car?

Klarstellung: Das Bild von gestern war selbstverständlich richtig herum – wenn man morgens aufwacht, ist genau das der Blick vom Kopfkissen durch das Fenster …

Wir haben einen neuen Mitbewohner. Dieses schwarze Monster haben unsere Vermieter nach eigener Aussage beim Haus gleich mit erworben! Und unsere neue Fußmatte (wie alles bereits im Weihnachtsmuster), ist spontan ihr Lieblingsplatz!

Damit nicht das Missverständnis aufkommt, dass nur Katharina Probleme mit dem Autofahren in den USA hat: Ich komme zwar mit den Freeways gut klar (und wenn man es erst einmal auf die fünfte oder sechste Spur geschafft hat, kommt man selbst während der Rush Hour gut voran), verzweifle aber dafür an den Parkplätzen. Grundsätzlich stelle ich das Auto irgendwo ab, dann gehen wir shoppen, und wenn wir aus der Mall wieder herauskommen, habe ich nicht die leiseste Ahnung, wo auf dem riesigen Parking Lot das Auto steht!

Noch ein Link, diesmal von dieser Seite des Atlantiks: Wenn mir die amerikanische Politik auf die Nerven geht, hilft ein Blick auf die kleinen Flash-Filmchen des Karikaturisten Mark Fiore.

Let the sunshine in …

Das ist übrigens die morgendliche Aussicht aus unserem Schlafzimmerfenster. Da macht das Aufwachen doch gleich doppelt so viel Spaß …

… und dieses schöne Wetter lässt das derzeitige Angebot an Klamotten in den meisten Läden um so seltsamer erscheinen: Muss wohl eine Folge der Globalisierung sein, aber jedenfalls wird derzeit überall die Wintermode vorgestellt. Man fragt sich wirklich, wer in San Diego einen Schal oder eine Steppjacke braucht!

Wobei die Mode an sich, nach Katharinas Aussage, durchaus ganz ansehnlich ist – zumindest in den Läden. Auf der Straße sieht man nämlich niemanden, der diese Sachen auch trägt. Da dominieren dann Jeans und T-Shirt.

Und noch ein anderes Zeichen des nahenden Winters (?): Praktisch jeder Supermarkt hier bietet Grippe-Impfungen an …

Neben dem schon genannten Spiegel halte ich mich natürlich auch noch mit anderen Seiten auf dem Laufenden, was das Geschehen in Good Old Germany angeht. Link des Tages daher heute: Der Schockwellenreiter.

Shop, ‚till you drop!

Arbeit, Arbeit! Kaum ist hier vor Ort alles erledigt, ruft das mitgebrachte Projekt aus der Heimat. Aber besser als Nichtstun am Pool. Obwohl …

Aber auch Katharina ist jetzt regelmäßig an der Uni beschäftigt. Was auch gut ist, weil sie das Autofahren auf den hiesigen Freeways noch ein wenig üben muss. Die Unart, dass die rechte Spur unvermittelt zur Ausfahrt wird, hat ihr schon so manche Einblicke in interessante Gegenden in und um San Diego beschert 🙂

Mit uns ist hier natürlich auch IKEA eingezogen. Angesichts des sonstigen amerikanischen Geschmacks, was Wohnungseinrichtung eingeht, ein wahrer Lichtblick. Das zweite Bild zeigt übrigens unser Gästehaus von außen – inklusive des seltenen Regens.

Heute stand nur noch ein Großeinkauf in diversen Supermärkten an, um die Speisekammer mit dem nötigsten zu füllen. Wieder die perfekte Gelegenheit sich über die Zusätze in praktisch allem hier zu wundern. Kein Lebensmittel, das nicht irgendwie ‚enhanced‘ ist: Orangensaft mit extra Calcium. Nudeln mit extra Folsäure, Milch mit extra Vitamin D (und dem Hinweis, dass Milch leider wirklich von Natur aus Zucker enthält). Zwar kann man auch alles ‚organic‘ bekommen, aber dann nur in besonderen Läden und extra teuer!

Außerdem sind auch wir jetzt dazu übergegangen, das Trinkwasser in Flaschen zu kaufen. Das Zeug aus der Leitung ist dermaßen gechlort, dass man sich an einen kräftigen Schluck aus dem Schwimmbad erinnert fühlt. Besonders ärgerlich bei Getränken im Restaurant, denn ratet mal, woraus die riesigen Mengen an Eiswürfeln gewonnen werden …

Home, sweet home

Da das amerikanische Bettensystem eine gewisse Faszination auszuüben scheint, hier ein Beweisfoto, wie groß so ein „Queen“-Size wirklich ist … Für die angekündigten Fotos unseres Hauses hat leider die Zeit heute nicht gereicht: Den ganzen Tag mit dem Auspacken von Koffern (beeindruckend viel Kram diese 90kg) und schon hier angeschafften Lebensmitteltüten, dem Einsortieren in Schränke, und der Beaufsichtigung des PacificBell-Technikers verbracht. Und dann wird es natürlich um halb fünf spätestens sehr schnell dunkel. bekanntes Phänomen. Aber dafür ist jetzt hier alles fertig, und morgen gibt es auch ganz sicher Bilder unseres neuen Domizils … versprochen!

Und jetzt, wo ein wenig mehr Ruhe vor mir liegt, kann ich mich ja auch mal wieder um das Geschehen in der alten Heimat kümmern. Dank Spiegel Online kann man ja ganz gut informiert bleiben, aber in den letzten Tagen hat es immer nur für die Überschriften gereicht. Und den Eurokurs, der mir wirklich gut gefällt 🙂