Heute kam ein Brief von unserem Autohändler, mit einem Scheck für mich. Ich habe zwar keine Ahnung, warum ich eine Rückzahlung von Anmeldegebühren erhalte, will mich aber natürlich auch nicht beschweren. Und prompt durfte ich mich auf den Weg machen, diesen auch einzulösen …
Der regelmäßige Leser erinnert sich, dass ich keine Social Security Number, und deswegen auch kein Bankkonto habe. Ich habe deswegen einfach versucht, das Geld auf Katharinas Konto einzuzahlen. Ging nicht! Auf dem Scheck steht mein Name, und in den USA sind alle Schecks Verrechnungsschecks, sprich: ohne Deckungsgarantie. Deswegen können das nur Kontoinhaber.
Zum Glück hatte ich danach die Idee, direkt zur ausstellenden Bank („Bank of America“) zu gehen. Dort konnte ich dann den Scheck direkt zu Geld machen. Allerdings erst gegen Abgabe – und jetzt wird es richtig archaisch – nicht etwa einer Unterschrift, sondern eines Fingerabdrucks mitten auf den Scheck. Sehr ungewohnt …
Der Betrag wurde anschließend natürlich wie üblich als Stapel von $20-Banknoten ausgezahlt. Man wird das Gefühl nicht los, dass $50- und $100-Scheine nur für den Export bestimmt sind.

Tja Marc, so unterschiedlich sind die Geschmäcker: Als ich gestern einer alten Freundin von dem Bargeld- und Schecklastigen amerikanischen System erzählte, geriet sie in helle Freude und meinte „Da muss ich hin!“. Sie mag kein elektronisches Geld…
Du kannst ihr versichern, so romantisch wie es vielleicht klingt, ist es absolut nicht. Das was deiner Bekannten vermutlich vorschwebt, nämlich Barzahlung an der Supermarktkasse, macht hier so gut wie niemand. Dafür gibt es Kreditkarten.
Mit letzteren kann ich aber keiner Privatperson Geld überweisen.
Und wirklich nervig sind wiederkehrende Zahlungen, z.B. Telefonrechnungen oder Miete. Dafür bedeutet das hiesige System nämlich, dass man
– erstmal immer wieder daran denkt
– einen Scheck ausstellt (wenn man noch welche hat. Ansonsten zur Bank fahren und neue besorgen)
– den Scheck in einen Umschlag steckt und diesen adressiert
– eine Briefmarke zur Hand hat (sonst eben zur Post fahren und dort anstellen)
– den Brief auch zum nächsten Briefkasten fährt.
Alles in allem ein riesiger Aufstand, und das immer wieder …
Fragt doch mal ein paar Amerikaner, was das tolle daran ist. Vielleicht kannst Du es aus Deiner -noch- eingeschränkten deutschen Froschperspektive ja nicht so gut beurteilen? 😉 …es müßte doch auch einem „Bankmanager“ einleuchten, das man so evtl eine Menge Geld sparen könnte?
Und, wer kennt es nicht:“Sparen gleich Verdienen!“
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…ok, die Leerzeichen bleiben also nicht… 🙁