Memorial Day

Ah, die Freuden des Memorial Day! Natürlich sind mir die angeblich geehrten US-Soldaten, „who laid down their lives in the name of freedom“ reichlich egal – wie auch dem Großteil der Amerikaner, die das lange Wochenende (wie jeder ordentliche Feiertag liegt auch dieser grundsätzlich auf einem Montag) mit Shoppen und Parties verbringen.

Aber die anderen Vorteile nehme ich gerne in Kauf: Zum Beispiel überall Sonderangebote für die Barbecues, so dass wir unser Gefrierfach mit kiloweise Hähnchen für weniger als $1/lb. füllen konnten!

Und Abends dann den „Powerpuff Girls Movie“ im TV … (^_^)

For Rent, Pt. 2

Zweiter Versuch: Dank moderner Techniken ist es ja ein wenig einfacher geworden, selbst auf eine Entfernung von 2.200 Meilen ein Apartment zu mieten: Im Web finden sich die Anzeigenteile von Chicagos Zeitungen, und auch die Uni hat einen „Flohmarkt“ für Studenten und Angestellte, die Wohnungen brauchen.

Und wie es aussieht, gibt es jede Menge Apartments, die perfekt für uns zum Semesterende Mitte Juni frei werden – entweder komplett oder doch zumindest als „Sublet“ für die Semesterferien bis Anfang September. Ich schicke einfach mal ein gutes Dutzend eMails an vernünftig klngende Angebote und bin zuversichtlich, dass sich dabei etwas für uns findet.

Auf jeden Fall sind die Preise günstiger als in San Diego …

For Rent, Pt. 1

Auch wenn es schwer fällt zu glauben, neigen sich unsere acht Monate in San Diego schon ihrem Ende zu. Zeit also, sich auf die Wohnungssuche in Chicago zu begeben (neben vielen anderen administrativen Dingen, die ich einfach mal sorglos vor mir herschiebe, wie die Kündigung des Telefons, Umschreiben der Auto-Versicherung, …).

Erster Versuch: Das „Housing Department“ der University of Chicago. Hat extra eine Webseite und eine für Staff and Faculty zuständige Angestellte, die den ganzen Tag nichts anderes macht, als neue Professoren und PostDocs mit Wohnungen zu versorgen. Allerdings scheint der Job die arme Frau ein wenig zu überfordern – zumindest war sie nach mehreren Anrufen in ihrem Büro (inklusive Rückrufversprechen) und eMails meinerseits nicht in der Lage, sich zu melden. Streichen wir das!

The vote is in!

„Matrix Reloaded“-Kurzkritik: Bullshit! Da vergessen wir Neo doch ganz schnell und warten auf Nemo

Schnarr!

Gestern Abend lief auf CBS der zweite Teil von Hitler: The rise of evil . Und auch wenn ich davon ausgehe, dass der Regisseur das nicht wirklich beabsichtigt haben dürfte, klang Hitlers Rede zum Ermächtigungsgesetz vor dem Reichstag irgendwie relativ frisch: „Terroristen, die ein Symbol des Staates zerstört haben, und damit Deutschland selbst angreifen. In diesen Zeiten ist es unabdingbar, dass die Demokratie zurücktritt, und im Namen der Sicherheit Bürgerrechte wie Privatsphäre und Pressefreiheit eingeschränkt werden …“

Da kann man ja spontan glauben, Osama van der Lübbe hätte ein Flugzeug in die Reichstagskuppel gelenkt!

What’s that spell?

Faszinierend! Der Sportsender „ESPN“ hat den ganzen Nachmittag eine Live-Übertragung des „National Spelling Bee“ gebracht. Komplett mit zwei Kommentatoren, und den üblichen Statistik-Einblendungen …

Kommentator 1: „And the next contestant is Mark Nathan Smith!“

Kommentator 2: „He’s a 6th grader from Chicago, Illinois.“

Ein kleiner Junge mit dicker Brille, sichtlich nervös, tritt nach vorne ans Mikro

Kommentator 2: „This is already his third appearance at this competition.“

Kommentator 1: „But last year, he only made it to the second round!“

Kameraschwenk auf die stolzen Eltern

Kommentator 2: „Surely, he and his trainers have improved in the last couple of months!“

Kommentator 1: „We are about to find out, Kevin.“

Einblendung am unteren Bildschirmrand: Mark N. Smith – East Hyde Junior High – Participated first in 2001

Moderator: „The word is ‚ramellose‘. ‚ramellose‘.“

Mark N. Smith blickt auf seine Fußspitzen

Mark N. Smith: „Meaning, please?“

Moderator: „It means ‚having little branches‘.“

Mark N. Smiths Lippen bewegen sich lautlos. Die Augen wandern nach oben.

Mark N. Smith: „Can you repeat, please?“

Moderator: „‚ramellose‘!“

Mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand schreibt Mark N. Smith etwas in die linke Handfläche.

Kommentator 1: „We’ve seen him do that before!“

Kommentator 2: „A powerful technique, that has been employed by several contestants already.“

Ohne großes Vertrauen blickt Mark N. Smith auf. Nach scheinbar endloser Pause beginnt er zu sprechen.

Mark N. Smith: „ramellose: r-a-m-e-l-l-o-s-e!“

Einblendung: „ramellose“

Kommentator 1: „Quick and confident. He’s a real pro!“

A day at the beach

Ein typischer Nachmittag in Coronado: Am breiten Sandstrand in der Sonne liegen, von der Sonnenterasse des „Del“ weht Live-Musik herüber, in den Wellen des Pazifiks üben sich die Surfer … und im Hintergrund parkt ein Flugzeugträger ein, während eine C-130 der US-Navy über dem Strand Landeanflüge übt!

The Graduates

Dieses Wochenende waren wir zur Graduation der Mädels aus dem Labor eingeladen. Interessantes Ereignis, und mit den coolen Kutten und Hüten (mit verschiedenen Farben und Verzierungen, je nach Fach, Abschluss oder College) ziemlich ‚Harry Potteresque‘.

Sehr amerikanisch stand bei der ganzen Zeremonie natürlich Leistung im Vorgergrund: Im Begleitheft waren die Absolventen nach Noten sortiert. Besondere Errungenschaften oder Mitgliedschaft in Honor-Societies wie ‚Kappa Beta Phi‘ wurden noch einmal gesondert aufgeführt. Und dann gab es noch die Vorstellung des ‚Student of the year‘, wobei uns leider niemand sagen konnte, nach welchen Kriterien derjenige ausgesucht worden war. Seine rhetorischen Fähigkeiten können es jedenfalls nicht gewesen sein …

Can you feel it?

Und etwas ganz anderes, aber mindestens genau so spannend wie der ganze andere Kram: Ich konnte gerade das erste Mal an Katharinas Bauch das Kicken von unserem Baby spüren. Noch ein wenig zaghaft, aber er (lassen wir es mangels besseren Wissens einmal bei diesem Pronomen) hat ja auch noch fünf Monate Zeit …