Relax!

Dieser Sonntag war endlich das, was schon der vorherige sein sollte (und dringend nötig war): Eine Gelegenheit, etwas auszuruhen!

Die letzten Besorgungen für den Umzug in unser endgültiges Domizil, zumindest für die nächsten 8 Monate, sind abgeschlossen (mit Ausnahme des Staubsaugers, der nicht mehr am Lager war), diese Wohnung hier ist geputzt und kann den Besitzern zurück gegeben werden, und das Wetter war auch wieder wunderschön genug, um noch einmal den Strand entlang zu spazieren.

Ab morgen wohnen wir dann östlich von San Diego in El Cajon (netter Name, spanisch für „Sarg“), oder genauer „Mt. Helix“. Also schon etwas höher … Fotos folgen.

Und weil so ein wenig Ruhe ja auch die Chance gibt, an die Daheimgebliebenen zu denken, hier immerhin ein hübsches Bild, das ich noch in unserer Digitalkamera gefunden habe. Wird Zeit für die ersten Besucher 🙂

Breakfast in bed …

Jetzt ist Katharina auch an der SDSU offiziell ‚eingestellt‘ und hat eine Berufsbezeichnung: Adjunct Professor! Klingt auf jeden Fall sehr beeindruckend …

Ansonsten kam heute unerwartet das bisher größte Abenteuer unseres Aufenthalts auf uns zu – der Kauf von Decken und Bettwäsche. Hier ist wirklich alles anders, und wir mussten durch diverse Kaufhäuser (Macy’s, IKEA, Bath Bed & Beyond, …) irren und dreimal lesen, bis wir halbwegs einen Überblick hatten: Erstens haben amerikanische Betten grundsätzlich nur eine Decke für alle Personen. Zweitens heißt diese dann aber nicht etwa „blanket“, wie man das gewohnt wäre, sondern „comforter“ (oder manchmal „quilt“). Drittens gibt es dafür nicht nur Bezüge, mit dem völlig unbekannten Begriff „sham“ bezeichnet, sondern auch noch zusätzlich „comforter covers“ – welche entgegen ihres Namens nicht zum Darüber- sondern Darunterlegen sind. Viertens wird die Größe eines amerikanischen Bettes und allen Zubehörs nicht in Inch (oder, Gott bewahre, metrisch in Zentimetern) angegeben, sondern in den drei Möglichkeiten „Twin“, „Queen“ und „King“.

Wir haben jetzt jedenfalls eine viel zu große Decke für unser Bett, und dürfen uns zudem daran gewöhnen, zu zweit darunter zu schlafen …

P.S. Nachdem Katharina sich schon bei einigen Leuten per eMail über unser angeblich viel zu großes Auto beklagt hat … hier ein Bild zum selber ein selbiges machen 🙂

Traue keiner Statistik …

Beeindruckend! Kaum hatte ich das Tagebuch ins Netz gestellt und ein paar Leuten Bescheid gegeben … schnellt die Zugriffsstatistik in die Höhe. Vielen Dank für euer Interesse 🙂

Nächster Schritt erledigt – seit heute Nachmittag sind wir auch stolze Besitzer eines dicken amerikanischen Autos. Wie es sich gehört mit Automatik, versteht sich. Die Klapperkiste von „Rent-A-Wreck“, die ich gestern erwähnt habe, war Grund genug, das ein wenig zu forcieren …

Alles in allem sollten wir damit ein halbwegs ruhiges Wochenende vor uns haben, weil die gröbste ToDo-Liste abgearbeitet ist.

Andererseits kommen auch bereits erledigt geglaubte Dinge gerne noch einmal zurück: Der Telefonanschluss in unserem neuen Haus sollte seit Mittwoch geschaltet sein, ein erster Test ergab aber … gar nichts! Gleich bei Pacific Bell angerufen und das Problem geschildert. Muss sich ein Techniker vor Ort ansehen. Pluspunkt: Nach kalifornischem Gesetz zahlt sowas der Vermieter. Minuspunkt: Wie Handwerker auf der ganzen Welt konnte der Techniker als Termin nur anbieten „Irgendwann Montag zwischen 1 und 5“.

Immerhin habe ich bei der Gelegenheit gleich von den dsl-Angeboten von PacBell erfahren. Auf die Dauer werde ich mit einem Modem nämlich garantiert nicht glücklich!

Und als Schmankerl zum Schluss: Hier hat es den ganzen Tag geregnet!

Baby, you can drive my car!

Yes! Ab heute sind wir beide im Besitz eines echten kalifornischen Führerscheins. Oder, um genau zu sein, eines schlabbrigen Zettels, der ausreichen muss, bis die amerikanische Bundesdruckerei (vermutlich in Fort Knox, Langley oder sonstwo …) das Original fertigstellt, und wir das ganze in der Post finden.

Die Prüfung selber war durchaus interessant. Auf jeden Fall nicht so trivial, wie viele Berichte immer behauptet hatten. Nennenswerte Punkte: Der Prüfling muss auf jeden Fall die Handsignale kennen, für den Fall dass der Blinker ausfällt! Und die Prüfer tragen weiße Laborkittel – ein extrem niedlicher Anblick, dazu noch ein Clipboard für Notizen. Nach dem Test des Autos und der theoretischen Kenntnisse des Anwärters („Wo ist der Blinker?“, „Wo die Klimaanlage?“, „Bitte einmal hupen!“) geht es dann auf die Straße. Aber nur etwa 15min lang, und erlaubt sind immerhin 15 Fehler.

Bei mir waren es letztendlich 10 („Sir? Can you tell me what LIMIT LINES are for?“) und Katharina 7 (wg. links und rechts verwechselt). Wobei vermutlich unsere Prüferin Patricia ein paar Augen zugedrückt hat 🙂

Außerdem haben wir heute unseren wunderschönen Mietwagen abgegeben und vor Ort gegen ein Billigangebot eingetauscht. Yikes! Ein perfekter Grund, morgen dringend ein eigenes, schönes Auto zu kaufen …

You passed!

Nach nur einer Stunde Wartezeit konnte es tatsächlich mit der Prüfung losgehen: 36 typische Führerscheinfragen („Driving slowly in front of traffic … saves lives by slowing others, too.“, „You must notify the DMV if … you paint your vehicle another color.“) und 2 Fehler später halte ich dann den vorvorläufigen Führerschein in der Hand. Und einen Termin für die praktische Prüfung morgen um 9.15 Uhr. Eigentlich hatte ich schon vor Jahren gehofft, sowas nie wieder machen zu müssen.

Seltsam, wie man trotzdem bei solchen Prüfungen wieder schwitzt. Dabei kann man diesen Test bei mehr als 6 Fehlern sofort wiederholen, und kosten tut das ganze nach den einmaligen $12,- auch nichts. A pro pos Schwitzen: Katharina hatte Ihre Prüfung in Deutsch probiert, und prompt versemmelt. Kein Wunder angesichts der teilweise ‚wenig eindeutigen‘ Übersetzung. Also 30 Minuten später noch einmal, noch nervöser, diesmal in Englisch, und auch bestanden!

Danach mussten wir noch einmal zum Social Security Office (die Wache an der Tür kennt uns schon und grinst), weil wir ja noch keine SSN haben. Man für den Führerschein aber eine braucht. Und wir deswegen vom SSO eine Bestätigung brauchen, dass wir zumindest eine beantragt haben. Auf einem Formular, dass wir erst kurz vorher beim DMV bekommen konnten. Hat aber nichts genutzt, denn die Bestätigung gibt es erst, wenn auch die praktische Prüfung bestanden ist.

Aargh!

Nachmittags haben wir dann schon mal angefangen, Geld abzuheben, um ein eventuelles Auto auch wirklich bezahlen zu können. Immerhin das funktioniert, mit der EC-Karte können wie in Deutschland bis zu 500 Euro pro Tag abgehoben werden. Wenn man amerikanische Geldautomaten (ATMs) verstanden hat, die vorher fragen, ob das Konto ein ‚Checking‘- oder ‚Savings‘-Account ist? Und die nur Geldbeträge akzeptieren, die durch 20 teilbar sind. Weil sie auch nur $20-Noten ausspucken. Bei insgesamt $920 mit unseren beiden Karten ist das ein ziemlicher Stapel Papier …

Hit the Road, Jack!

Auch Katharina traut sich jetzt hier ans Autofahren. Muss ja auch üben, wenn demnächst der Führerschein ansteht. Aber erstmal die angekündigte Mitgliedschaft im AAA. Schon, weil der Club auch günstige Autoversicherungen für Mitglieder anbietet. Gleich das nächste Problem: Versicherungen nur für Inhaber eines kalifornischen Führerscheins. Ich hatte gehofft, wenigstens das ein wenig herausschieben zu können, aber jetzt … nächste Station „Department of Motor Vehicles“. Schlangen genau wie im deutschen Straßenverkehrsamt, also haben wir nur die notwendigen Formulare mitgenommen, und sind nach Hause gefahren. Erst mal alles in Ruhe lesen.

Schon deswegen, weil hier alles etwas anders läuft, als aus Good Old Germany gewohnt: Sobald wir diese Formulare abgeben, steht direkt im DMV die theoretische Prüfung an. Vorher ein Sehtest und eine drastische Identitätsprüfung: Alldieweil es in den USA keinen Personalausweis gibt, wird eigentlich immer die Driver’s License für diese Zwecke benutzt. Entsprechend streng die Überprüfung, inklusive Unterschrift, Foto und Daumenabdruck!

Wir haben uns den Abend Zeit genommen, die Kalifornischen Verkehrsregeln auf der Webseite zu lesen, und schonmal ein paar Übungstests im Netz zu machen. Alles in allem relativ einfach, wenn man die paar Besonderheiten bedenkt: Rechts abbiegen bei Rot erlaubt. Schulbusse dürfen nie überholt werden. Doppelte Linien auf der Straße dagegen dürfen ruhig überfahren werden. An Kreuzungen mit Stopp-Schildern fährt der zuerst, der auch zuerst angekommen ist.

Schwieriger sind nur die üblichen Zahlen: Wie weit vor einem Bahnübergang darf ich parken? Wieviel muss ein Kind wiegen, damit es keinen Kindersitz mehr braucht? Vor allem angesichts der amerikanischen Zahlenangaben. Das gleiche Problem beim Ausfüllen der Formulare. Ich weiß zwar, wie groß ich bin, aber in Feet und Inch? Und wieviel lbs wiege ich eigentlich.

Nach ein paar Stunden fühlen wir uns aber vorbereitet, und hoffen, wenn wir morgen gleich bei Türöffnung im DMV sind, nicht wieder stundenlang warten zu müssen …

Just another manic monday

Gleich um 9.00 Uhr hatte ich mir vorgenommen, die notwendigen Telefonate zu erledigen. Der Rest der Bevölkerung aber anscheinend auch, weswegen ich in endlosen Warteschleifen hing, bis endlich alles erledigt war. Aber es hat geklappt: Ab Mittwoch haben wir eine eigene Telefonleitung (001 619 593 8134), und vor allem haben wir ab sofort wieder einen Zugang zum Internet! Wenn auch nur per Modem, so können wir doch endlich mailen und langsam surfen. Der harte Entzug ist vorbei …

So gestärkt konnten wir auch an den nächsten Versuch mit der SSN gehen. Und wie erwartet lohnt es sich, eine andere Zweigstelle der Behörde zu verwenden (immerhin hat hier jeder Stadtteil und Vorort eine eigene Filiale der jeweiligen Ämter). Zwar sind wir anscheinend offiziell noch immer nicht eingereist, aber die Sachbearbeiterin hat den Antrag entgegengenommen und versichert, dass er automatisch bearbeitet wird, sobald die Freigabe durch den INS erfolgt ist. Wieder ein Schritt.

Jetzt wo die Wohnungssuche erledigt ist, können wir es auch ein wenig ruhiger angehen lassen. Und so sind wir schon Nachmittags wieder zu Hause und entspannen. Kochen mehr oder weniger authentische Tortillas (herrliche Auswahl im Supermarkt), und gehen nochmal ans Meer. Wer hätte gedacht, dass man im November mit Sonnenmilch und -brille bewaffnet barfuß am Strand spazierengehen würde? Wie ist es denn so in Deutschland? 🙂

Sunday, lazy sunday

Zwar nicht die Läden, aber Behörden und größere Firmen haben auch in den USA Sonntags geschlossen. Daher müssen die noch anstehenden Dinge (Telefon beantragen, Internetzugang, nächster Versuch für die Social Security Number, …) bis morgen warten. Gute Gelegenheit, ein wenig zu entspannen nach dem vielen Hin und Her der letzten zwei Tage. Und was wäre dafür besser geeignet als ein leckeres Eis im Sonnenschein …

Überhaupt nichts tun wollten wir aber auch nicht, also sind wir ein wenig herumgefahren für die nächste große Aufgabe: Der Erwerb eines Autos. Unser Mietwagen steht uns erstmal nur bis Donnerstag zu Verfügung (und es ist abzusehen, dass das nicht reichen wird), also ist Suchen angesagt.

Was sofort auffällt: Amerikanische Gebrauchtwagenhändler werden jedem Klischee gerecht. Auffällig schmierig-freundliche Typen, die sich sofort mit Handschlag und Namen vorstellen. Ein Gespräch anfangen („What’s your name?“, „Where you from?“, „What car did you drive before?“), und einfach alles toll finden, was der Kunde sagt. Waren auch alle komischerweise schon einmal in Germany. Oder haben Verwandte da. Oder Vorfahren … das Problem: Es geht nicht ohne einen solchen Salesman, denn an den Gebrauchtwagen stehen keine Preise. Nur auf Nachfrage.

Fest steht, dass man sicher ein Auto bekommt. Wenn man genug ausgibt, denn so etwas wie Garantie oder einen TÜV gibt es hier nicht. Wir lassen uns nicht drängeln, und entscheiden uns erstmal wieder für den Anzeigenteil der Zeitung … und eine Mitgliedschaft im AAA, dem amerikanischen Pendant zum ADAC. Die können unsere Karre dann immerhin abschleppen!

Houston, we have an appartment

Aufgewacht um 6.00 Uhr.

Da unser Besichtigungstermin erst Nachmittags war, sind wir vormittags noch ein wenig rumgegurkt (Mietwagen sei Dank), um nach Wohnungen zu schauen. Hier direkt am Meer in La Jolla gefällt es uns immer noch sehr gut (man beachte das Foto). Aber die Preise … die durchschnittliche Bruchbude nicht unter $2000 zu haben, halbwegs ordentliche Häuser oder Apartments ab $3500 im Monat. Vielleicht nach Katharinas Habilitation.

Dafür ist die Suche recht einfach: Wer was zu vermieten hat, stellt einfach ein „For Rent“-Schild in seinen Vorgarten mit den wichtigen Daten. Die Sache wird nur durch die anstehenden Wahlen ein wenig erschwert, weil jede Menge Leute auch Wahlwerbung für sämtliche Ämter und Personen aufstellen („Davis for Governor“, „College Board? Nakamura!“, „Re-Elect Sheriff Dingsbums!“, …)

Trotz immer größerer Kreise hat aber auch diese Suche nichts gebracht. Außer interessanten Einblicken, wenn man von der Hauptstraße die falsche Abzweigung erwischt, und in eine Backalley einbiegt. Wegen der kalifornischen Temperaturen gibt es zwar keine brennenden Mülltonnen, aber der ganze heruntergekommene Rest inklusive zwielichtiger Gestalten ist vorhanden.

Nachmittags ging’s dann ab in die Wüste zu unserer Besichtigung. Stimmt so nicht ganz, denn dank Bewässerung ist auch diese Gegend schön grün und (vom fehlenden Pazifik mal abgesehen) gefällt uns gut. Auch das Gästehaus fand unsere Zustimmung, also wurde prompt der Vertrag unterschrieben. Größtenteils möbliert, und inklusive Wasser und Kabelfernsehen für $925 ist ein wirklich guter Deal.

Wohnungssuche, die erste

Dank JetLag sind wir schon um halb fünf aufgewacht, so dass ein langer Tag vor uns lag, uns um die ersten wichtigen Dinge zu kümmern …

Zunächst aber konnten wir im Hellen das Haus bewundern, in dem Katharinas Bekannte hier in La Jolla wohnt (siehe Foto). Hätten wir spontan auch genommen – um so mehr wenn wir schon gewusst hätten, welche ‚Perlen‘ amerikanischer Wohnkultur auf unserer Suche noch vor uns liegen!

Kurz eingekauft (inklusive einer Lokalzeitung, der Anzeigen wegen), und nach einem amerikanischen Frühstück mit Cereals ging’s los: Erst einmal an die San Diego State University, mit dem Hintergedanken, in der Nähe eine Bleibe zu finden. Allerdings ist das Viertel dermaßen heruntergekommen (ein Riesenkontrast zum edlen Uni-Gelände), dass wir spontan entschlossen haben, weiter weg zu wohnen. Und ein Auto brauchen wir ohnehin.

Also ein paar der Anzeigen abgeklappert: Interessanterweise kann man in den USA einfach zu den zu vermietenden Wohnungen fahren, die stehen dann offen, und man sieht sich alles an. Sofern man sich nicht von den allgegenwärtigen „No Trespassing – Armed response!“-Schildern abschrecken lässt.

Kurz zusammengefasst: Grausam! Was zum Beispiel in einer Anzeige als „charming cottage“ vorgestellt wurde, entpuppte sich als Bruchbude in jeder Hinsicht. Und noch mit einer Vorladung für den Vormieter an die Tür geklebt. Das ganze für $875, versteht sich.

Erst ab $1500 im Monat wurde es langsam besser, war aber noch nicht wirklich unter ‚Traumwohnung‘ zu verbuchen. Arg ernüchtert haben wir dann erst einmal mit dem Chair von Katharinas Department einen Besichtigungstermin für sein Gästehaus vereinbart.

Zum Ausgleich stand dafür der erste Behördengang an. Die Social Security Number beantragen, ohne die hier gar nichts geht. Nach gut einer Stunde Wartezeit (und einer Sicherheitsüberprüfung, weil öffentliche Gebäude hier nur noch gegen Ausweis und Taschenkontrolle zu betreten sind) die lapidare Erklärung: „Die Daten unserer Einreise wurden von der INS noch nicht eingegeben. Kann bis zu 60 Tage dauern!“. Wir haben dann einfach alles wieder mitgenommen, und werden es in einer anderen Zweigstelle nochmal probieren … soll ja helfen!

Reichlich desillusioniert wieder nach Hause. Und schon um 18.00 Uhr waren wir so todmüde, dass wir ins Bett gegangen sind. Mir scheint, als wären wir beim letzten Mal mit dem JetLag besser und schneller zurechtgekommen. Man wird doch älter …