Die amerikanische Art, Freigaben für Filme zu vergeben unterscheidet sich schon in so einigen Punkten von der Deutschen. Ist doch (mit Ausnahme der ganz harten Sachen) das angegebene Mindestalter immer nur für Kinder ohne Begleitung zu verstehen. Mit Erziehungsberechtigten dabei dürfen zum Beispiel auch beliebig junge Menschen problemlos einen als ‚Restricted‘ (sprich: ab 17) gerateten Film im Kino sehen.
Außerdem sind die Kriterien durchaus anders, was die Bewertung von Gewalt, Sex, schlimmen Wörtern und vor allem bösen, bösen Einflüssen wie Rauschmitteln angeht. So wurde zum Beispiel der wunderschöne ‚Whale Rider‘ erst ab 13 freigegeben – weil einmal ein Joint rumgereicht wird… ein Kritiker aus der NYT fasst die Situation passend zusammen: „‚The Day After Tomorrow‘ is rated Pg-13. Millions of people die, but nobody swears, copulates, undresses or takes drugs“

Da frage ich mich, ob so eine Szene „unbedingt“ im Film sein muß? …vielleicht ist’s aber eh wurscht (bzgl Besucherzahlen etc)?
Wieviel Drogentote… also, durch illegale Drogen, gibt’s denn so in den usa „offiziell“? Ich meine, hier sind’s so ca 1.000; aber wohl ca 40.000 nur durch Alkohol…
…ich sollte mal nachschauen, wie’s in den Niederlanden ist… 😉
Gegenfrage: In der Szene waren einfach ein paar abgewrackte Verwandte der Protagonistin bei ihrem alltaeglichen Zeitvertreib zu sehen – naemlich die Tuete rumzureichen. Haetten sie stattdessen ein kinderfreundliches Gesellschaftsspiel spielen sollen?
Niemand kann ernsthaft behaupten, dass eine solche Szene auch nur entfernt Drogenkonsum bei den Zuschauern foerdert oder gar hervorruft!
Die USA haben ein riesiges Drogenproblem – oder besser: Ein riesiges Problem, mit Drogenkonsum sinnvoll umzugehen. Der seit bald 20 Jahren gefuehrte ‚War on Drugs‘ ist suendteuer (aktuelles Budget fast $18 Milliarden im Jahr), fuehrt durch drakonische Strafen und Minimum Sentencing Laws (ein paar Gramm Drogen zum Eigengebrauch? Mindestens 3 Jahre Knast! Durchschnittliche Strafe sind 6 Jahre! Grundsaetzlich ohne Bewaehrungsmoeglichkeit!) zur weltweit hoechsten Inhaftierungsrate (weit ueber 2 Millionen Amerikaner, sprich: ueber 1 % der Bevoelkerung, sitzen ein), und bringt nichts: 17.000 Drogentote etwa im Jahr 2000 – also eine weit hoehere Quote als in Deutschland…
Quellen:
http://usgovinfo.about.com/library/weekly/aa020101b.htm
http://www.csmonitor.com/2003/0818/p02s01-usju.html
http://www.drugwarfacts.org/causes.htm
Warum ist denn „Rauchen & Saufen“ besser als ein Joint? Fuer die MPAA-Freigabe waere das uebrigens kein Unterschied…
Zahlen aus Holland (bin ich eigentlich der einzige, der Google benutzen kann?): Etwa gab es 1995 in Deutschland 1594 Drogentote – in den Niederlanden dagegen 53!
Quelle: http://www.cannabislegal.de/argumente/drogentote.htm
Na ja, schon, aber sie häten ja auch einfach „nur Rauchen & Saufen“ können…?
Hm, 1.000 Tote bei 80.000.000 bzw 17.000 bei 240.000.000(?)…
In der Tat ein ziemlicher Unterschied.
Warum gehen die usa wohl auf diese Art gegen Drogen vor?
Ist es evtl „nicht gewünscht unglücklich, unzufrieden, verzweifelt zu sein“; bei all dem „American Dream/ Way of Life“?
Aber vermutlich ist es ziemlich komplex und „irgendwo“ in der „Geschichte versteckt“…
Ich bin versucht, wieder einen bekannten Gallier zu zitieren – aber Marc meinte mal, ich sollte das nicht 😉
Ich denke auch nicht, dass die Darstellung von Joint-Rauchern für Dtogen wirbt, aber sie könnte sie zumindest „normal“ erscheinen lassen, was man wohl vermeiden möchte. Ob diese Art „Abstumpfung“ tatsächlich den Drogen (oder was auch immer) Konsum fördert oder anregt, ist soweit ich weiß ungeklärt.
Die Vergleichszahlen aus Holland wären in der Tat interessant.