… Napa Valley …

Wenn man schon mal so in der Nähe der kalifornischen Weinregion ist, haben wir uns gedacht, sollte man der Gegend auch einen Besuch abstatten. Und 100 Meilen (und $2 an Brückenzoll) später sind wir auch schon im Napa Valley. Hier reiht sich tatsächlich ein Weingut (nicht -berg, alles flach!) an das andere. Wirklich eine hübsche Gegend (Bild 1), fehlt nur noch der Wein zum Probieren …

Was gar nicht so einfach ist. Es hat eine Weile gedauert, bis wir das System durchschaut hatten. Durchkommerzialisiert bis ins letzte, kann man nämlich ncht einfach ein paar Tropfen testen, bis vielleicht etwas dabei ist. Statt dessen muss man erst einmal ein Glas kaufen (meist mit Logo des Winzers, immerhin kann man das dann später als Souvenir behalten – obwohl, bei $5 bis $20 ja wohl das mindeste), um dann die Probierweine des Tages antesten zu können.

Nachdem wir alles begriffen haben, sieht man uns endlich genießen (Bild 2).

Schon fast auf der Rückfahrt lenkte dann ein großes Schild unsere Aufmerksamkeit auf eine Besonderheit: Kalifornias „Old Faithful“-Geysir. Konnten wir uns nicht entgehen lassen, und ist tatsächlich ein beeindruckendes Schauspiel (Bilder 3 und 4).

… San Francisco …

Gleich nach dem Frühstück in die U-Bahn und auf nach San Francisco (ohne Auto war eine hervorragende Idee, wie ein Blick in das Gewusel Downtown schnell zeigte). Und dank des ÖPNV auch praktisch eine Stadtrundfahrt inklusive, durch Chinatown, vorbei an den bekannten hügeligen Straßen, und erste Blicke auf die Bay mit der Golden Gate Bridge.

An letzterer dann natürlich erst einmal länger aufgehalten (Bilder 1 und 2) und darauf herumgestiefelt. Leider ein recht diesiger Tag, so dass die Aussicht auf Alcatraz und die Hochhäuser im Stadtzentrum ein wenig eingeschränkt war.

Anschließend ein wenig „Kultur“ im Exploratorium, dem Museum zum Mitmachen. Wo sich Katharina und Britta seltsamerweise sofort auf die Exponate zum Thema „Sprache“ gestürzt haben (Bild 3) …

Danach war es schon dunkel und deswegen die perfekte Gelegenheit noch ein wenig zu shoppen, inmitten von gigantischen Menschenmassen (heute war „Black Friday“, der umsatzstärkste Tag des Jahres, weil alle Welt nach dem Feiertag frei hat, und anfängt Weihnachtsgeschenke zu kaufen) und amerikanisch bunten Christmas-Dekorationen. Die Kaufhäuser haben ganze Abteilungen nur mit Weihnachts-Utensilien geöffnet, und was auch nicht fehlen darf ist der echte Santa Claus, der Kinder auf den Schoß nimmt, um ihre Wünsche zu erfahren.

… Berkeley, Thanksgiving …

Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, sich zu Thanksgiving einladen zu lassen. Auf diese Weise konnten wir noch im Bett liegen, während Britta den Vogel (Bild 1) bereits morgens um 7.00 Uhr in den Ofen geschoben hat. 6 Stunden Bratzeit sind doch eine ganze Menge …

Und derweil unsere Gastgeberin mit weiteren Vorbereitungen beschäftigt war, hatten wir die Chance, uns Berkeley näher anzusehen. Den Campus der Universität hauptsächlich, denn die Stadt selber ist ein vollkommen unspektakuläres Fleckchen. Dafür ist die University of Berkeley um so schöner. Vom berühmten Glockenturm (Bild 2) bis hin zum Verwaltungsgebäude (Bild 3).

Nach unserer Rückkehr hatte der Truthahn dann Gestalt angenommen (Bild 4) und konnte zerlegt werden (Bild 5). Zusammen mit der Nachbarin ein sehr gelungenes Dinner!

If you’re going …

Angekommen! Die doch recht ungewohnten Entfernungsangaben (580 Meilen? Das ist ja gar nicht so viel!), gekoppelt mit den amerikanischen Geschwindigkeitsbeschränkungen, haben dafür gesorgt, dass unser Trip von San Diego nach San Francisco dann doch gut 11 Stunden gedauert hat. Aber nur $30 an Sprit 🙂

Dafür haben wir aber auch auf dem Weg wunderschöne Küstenabschnitte und weitläufiges Hinterland gesehen … außerdem typischen Smog und Stau in Los Angeles, den weltberühmten HOLLYWOOD-Schriftzug in den Hügeln über Beverly Hills, und ein kleines Diner am Freeway, das direkt aus einem Kinofilm entsprungen sein könnte.

Für den Rückweg haben wir uns jetzt zwei Tage frei gehalten, um die Gegend entlang des Highway 1 (der sich praktisch die gesamte Strecke direkt an der Pazifik-Küste entlangschlängelt) in etwas mehr Ruhe genießen zu können.

Hier taut der Truthahn schon vor sich hin, so dass dem morgigen Gelage an Thanksgiving eigentlich nichts mehr im Wege stehen sollte.

[Fotos] Nur meine Kamera kann ich hier an Brittas Notebook nicht anschließen. Die Bilder also wirklich erst nach unserer Rückkehr. Aber gemacht haben wir welche!

It’s turkey time!

[Hinweis] Morgen früh machen wir uns in Richtung San Francisco auf, um Thanksgiving mit Britta (und einem riesigen Truthahn) zu verbringen. Also vermutlich in den nächsten Tagen kein regelmäßiges Update des Tagebuchs – dafür verspreche ich aber hinterher eine lange Fotostrecke. das habe ich in der letzten Zeit ohnehin vernachlässigt …

Den gestrigen Abend haben wir übrigens damit zugebracht, einem mysteriösen Geräusch in unserer Wohnung auf die Schliche zu kommen. Ungefähr jede Minute gellte ein fieses, kaum zu ortendes Piepen durch die Räume. Es hat lange gedauert, bis wir mit gespitzen Ohren den Rauchmelder in unserem Schlafzimmer als Urheber ausfindig machen konnten. Anscheinend macht er auf diese Weise auf sich aufmerksam, wenn die Batterie zu ende geht.

Und a pro pos Geräusch: Dank des Hinweises von Jutta wissen wir jetzt auch, dass das nächtliche Geheule von Kojoten stammt, die hier durch die Gegend streifen …

Buy 3 and save $$$

Wie jeden Montag, war auch heute wieder der große Wocheneinkauf angesagt: Wenn man große Mengen ersteht, werden die Nützlichkeiten und Seltsamkeiten amerikanischer Supermärkte erst richtig auffällig …

Zum einen habe ich mich jetzt breitschlagen lassen, und trotz aller Bedenken um ausgiebige Datensammler eine Kundenkarte in unserem lokalen VONS-Supermarkt besorgt. Die Preisvorteile sind einfach zu groß, besonders angesichts der sonst exorbitanten Beträge, die für Lebensmittel hier zu zahlen sind (Eurokurs hin oder her). Als VONS Club-Mitglied bekomme ich jetzt so beeindruckende Rabatte wie „Olivenöl für $5.99 – mit Karte für $3.99“, „Halbe Gallone Orangensaft für $3.99 – mit Karte zwei Kartons für $4.00“ oder „Truthahn bis 15 Pfund $7.99 – mit Karte den zweiten umsonst dabei“. Da nimmt man doch (fast) gerne die unausweichliche Werbepost in Kauf, die eine solche Karte nach sich zieht.

Was das Einkaufen viel einfacher macht, sind die netten Zweit-Mitarbeiter an der Kasse, die sämtliche Waren in Unmengen von Plastiktüten verpacken. Bei grob geschätzt etwa drei Items pro Tüte, hat man das Dutzend schnell voll. Für schwerere Dinge werden gerne auch mal zwei oder mehr Tüten gleichzeitig verwendet … und selbst wenn der Kassierer allein sein sollte, packt er alles für mich ein, während man (und der Rest der Schlange) geduldig wartet.

Als große Schwierigkeit für die armen Angestellten hat sich dann anschließend mein Name herausgestellt. Offenbar gehört es zur Geschäftspolitik, den Namen des Kunden vom Kreditkartenbeleg abzulesen, um denjenigen dann persönlich verabschieden zu können. Klappt aber bei „Rohlfing“ nur sehr bedingt …

Und was ich mich leztendlich noch nicht traue, ist die Tüten dann auch zum Wagen tragen zu lassen. Aber in ein paar Wochen bin ich bestimmt auch so weit 🙂

Amen, Brother!

Wie es sich für einen Sonntag gehört, stand heute ein Kirchgang auf dem Programm. Vorher allerdings, mussten wir natürlich ein entsprechendes Gotteshaus ausfindig machen.

Nicht, dass es nicht reichlich gäbe – ein Blick ins Telefonbuch unter „Churches“ listet seitenweise Kirchen der verschiedensten Glaubensrichtungen (sämtliche Weltreligionen plus Scientology) auf – aber es stellt sich als gar nicht so einfach heraus, die entsprechenden Gebäude dann trotz Stadtplans auch zu finden. Irgendwie sehen Kirchen in einem Land mit so kurzer Geschichte einiges unspektakulärer aus. Mit Ausnahme der Mormonentempel, die ohne weiteres auch als Kulisse für einen Fantasy-Film dienen könnten …

Letztendlich haben wir dann aber doch etwas katholisches in der Nähe besucht, und auch wenn „St. Luke“ bisher noch nicht im Test war (durchaus ernst gemeinte Kolumne in der Wochenzeitung hier: Kirchen-Review mit Wertungen von 1-4 Sternen für Predigt, Musik, Verpflegung, …), hat es uns gut gefallen. Gibt sogar einen Chor, der für uns interessant sein könnte!

Trash as trash can!

Zahllose Schilder in der Nachbarschaft kündigten eine beliebte Freizeitbeschäftigung hierzulande an: Garage Sales! Anscheinend sprechen sich ganze Nachbarschaften ab, damit sich der Besuch lohnt, und so waren jede Menge Auffahrten in unserer Gegend in Basare umgewandelt.

Und da wir in den vergangenen Wochen im vorbeigehen oder -fahren schon häufiger einen Blick in hiesige Garagen werfen konnten – welche eigentlich nie für Autos sondern statt dessen die Aufbewahrung sämtlichen Krimskrams, der sich im Laufe der Zeit ansammelt, verwendet werden – konnten wir uns diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen.

Kurz zusammengefasst: Die Amerikaner sind doch sonst so gut im Wegschmeißen, warum bitte wird dann dieses Gerümpel zu verkaufen versucht? Die meisten Angebote schwankten zwischen Altkleidersammlung und Sperrmüll, gemischt mit einer Prise abgrundtief schlechtem Geschmack. Wir haben uns dann nur leider nicht zu fotografieren getraut. War schon schwer genug, die Kommentare zurückzuhalten. Wir müssen hier schließlich noch ein paar Monate wohnen 🙂

Die einzige Ausnahme war der wirklich wunderschöne, riesengroße Elektroherd in unnachahmlichen 50er Jahre-Design und Farben. Nur $60, und noch funktionsfähig. Was allerdings den Transport zurück nach Europa angeht …

The name’s …

[Spoiler] Keine Sorge, der folgende Text verrät so gut wie nichts, damit sich der Weg ins Kino auch garantiert noch lohnt:

Bond is back – und er ist so gut wie lange nicht! Nach dem peinlichen Vorgänger besinnt sich „Die Another Day“ auf gute, alte Tugenden (was hier durchaus wörtlich zu nehmen ist: Q verwaltet ein Archiv mit lauter Goodies aus vorherigen Filmen, darunter den Klapphubschrauber aus „You Only Live Twice“ und den Schuh samt vergifteter Spitze von Rosa Klepp aus „From Russia With Love“, und Halle Berry entsteigt bei ihrem ersten Auftritt den Fluten im gleichen Bikini wie Ursula Andress in „Dr. No“).

Selbst die Story borgt so einiges aus früheren Bonds, ein Lasersatellit aus Diamanten kam schon in „Diamonds Are Forever“ vor, und das erste Aufeinandertreffen von James Bond und seinem Gegner, als Spiel (hier ein Schwertkampf) erst um einen finanziellen Einsatz, aber schon bald auf Leben und Tod ist bereits mehrmals dagewesen, aber die Mischung funktioniert einfach: Ein schön böser Bösewicht, inklusive fiesem Sidekick. Ein perfider Plan, den es zu vereiteln gilt. Ein Maulwurf in den eigenen Reihen. Jede Menge teure Autos zum kaputtfahren (ganze Fuhrparks werden einfach aus Flugzeugen geworfen). Und vor allem diesmal für James ein ganz persönliches Motiv, nachdem er schon im Vorspann 14 Monate lang in einem nordkoreanischen Gefängnis gefoltert wird, und anschließend als ‚verbrannt‘ aus dem Dienst entlassen auf eigene Faust Rache nehmen und seine Ehre wieder herstellen will!

Was Halle Berry als „Jinx“ angeht, gehen Katharinas und meine Meinung auseinander: Hübsch anzusehen ist sie zweifelsohne (auch wenn es leider keine sinnlosen Nacktszenen wie in „Password: Swordfish“ gibt), aber über ihre schauspielerische Leistung und vor allem den Sinn ihrer Rolle als toughe NSA-Agentin konnten wir uns nicht einigen. Dafür war Madonna in ihrem Cameo als Fechttrainerin wirklich gut … Alles in allem: Sehr empfehlenswert!

Have we got news for you …

[Update] Um so langsam die angekündigten Besucher zu koordinieren, gibt es ab sofort einen Kalender (auch rechts über das Menü jederzeit zu erreichen), in dem jeder eintragen kann, wann er oder sie vorbeizuschauen gedenkt.

Und nach dem gestrigen Abstecher nach Deutschland, heute wieder zurück nach hier. Schließlich gibt es immer noch genug Seltsamkeiten zu berichten …

Große Freunde von Nachrichten, besonders ausländischer, waren die Amerikaner ja noch nie. Aber das Konzept der „News at ten“ ist besonders seltsam. Den ganzen Tag lang gibt es keine Nachrichtensendungen, sondern nur immer superkurze, reißerische Schnipsel zwischen den anderen Programmen, quasi als Appetithäppchen für die Abendnachrichten:

„Baby born with half her brain outside the head! News at ten!“,

„How guardrails on the interstate can kill you! News at ten!“,

„This man killed the American dream! News at ten!“, …

Die meisten Nachrichten heute beziehen sich übrigens auf die Verlegung der hiesigen Marines von Camp Pendleton nach Saudi-Arabien. Diesen Meldungen zufolge ist der Angriff auf den Irak wirklich nur eine Frage der Zeit. Da passt es dann auch ins Bild, dass Donald Rumsfeld vom People Magazine zum „sexiest cabinet minister“ gewählt wurde!