Jetzt wird mir so einiges klar: Die Bürokratie hier ist gar nicht inkompetent – sie will nur richtig gewürdigt werden.
Eine Kollegin aus Katharinas Department erzählte von ihren Erfahrungen mit der Einwanderungsbehörde. Ihr Visum lief aus, und in weiser Voraussicht hat sie schon Monate im Voraus ein neues beantragt. Die Zeit verging, ohne dass sich seitens des INS etwas gerührt hätte. Das alte Visum näherte sich seinem Verfallsdatum, und danach hätte die Frau nicht mehr arbeiten dürfen, keine Krankenversicherung gehabt, und überhaupt ohne alles dagestanden. Grund zur Nervosität also, woraufhin sie beim INS angerufen hat. Wie üblich konnte man ihr natürlich nicht sagen, wie lange das ganze noch dauern würde („Ein paar Wochen, oder Monate! Abwarten!“), aber hatte ein interessantes Angebot: Bei Zahlung einer Premium Processing Fee in Höhe von $1000 würde ihr Antrag sicher schneller bearbeitet …
Mangels Alternativen hat sie einen Scheck geschickt, und nur eine Woche später waren ihre Unterlagen im Briefkasten!

Ja … die Bürokratie in fremden Ländern …
Gül (eine mir bekannte Türkin) hat mir sehr änliches aus der Türkei erzählt: Ohen Bestechung läuft nix.
Also amtlich anerkannte Korruption….
Diese Vorgehensweise ist doch auch in anderen, ähnlich zivilisierten Staaten anerkannt; Kasachstan, Lybien, vielleicht Nord Korea… ?
Andererseits, auch bei Versandhäusern kann man den „24h Expresslieferservice“ für einen Aufpreis wählen…
Oder sie haben einfach kein Geld für mehr Angestellte, dann führt so ein Aufschlag ja evtl zu mehr Jobs und insgesamt schnellerer Bearbeitung…?