To be continued …

Als Fortsetzung des gestrigen Themas stehen noch zwei seltsame Auswüchse des amerikanischen Rechtssystems an. Beides, wie so vieles, irgendwann mal gute Ansätze, die hoffnungslos pervertiert worden sind.

Heute: Die Sammelklage (Class Action Suit)

Die Idee, alle Betroffenen eines Produktionsfehlers oder Fehlverhaltens gemeinsam in einem Prozess als Kläger auftreten zu lassen, macht sicher Sinn. Angesichts der astronomischen Schadenersatzsummen aber, die hier regelmäßig gezahlt werden, hat sich eine ganze Industrie rund um Class Action Lawsuits gebildet, die einen schnellen Dollar machen möchte. In jeder Ausgabe einer Zeitung finden sich Anzeigen von Anwaltskanzleien, die auf der Suche nach „Opfern“ mehr oder weniger obskurer Umstände sind sind („Do you drive a ’97 ford?“, „Have you bought a CD between 1995 and 2001?“, „Do you or a loved one suffer from Lung Cancer?“), die sich an einer solchen Klage beteiligen. Da das Anwaltshonorar prozentual berechnet wird – und wir reden hier von 30 – 50 % – eine lohnende Sache. Und in der nächsten Ebene die Anwälte, die den Opfern anbieten, ihre Schadenersatzansprüche sofort cash abzukaufen, damit sie nicht so lange auf den Prozessausgang warten müssen.

Passender Link zum Thema: Diese Datenbank enthält eine Übersicht über Rückrufaktionen ‚gefährlicher‘ Spielzeuge. Obskure Gründe, teilweise …

P.S.: Happy „Martin Luther King-Day“!