Free Duty

Auch dieses Mal werde ich mir meine Stereotypen nicht nehmen lassen: Ich bin bis Donnerstag in München (ergo: Hier keine Updates so lange), und werde natürlich vor dem Rückflug noch schnell auf dem Flughafen Geschenke für die vernachlässigte Frau und Kind besorgen… (^_^)

Books of 2004

Ein Blick in mein aus diversen überseekisten jetzt wieder gefülltes Bücherregal erinnert mich daran, dass es höchste Zeit ist, die besten Bücher 2004 (zumindest nach meiner unqualifizierten Meinung) Revue passieren zu lassen…

Wil Wheaton, Just a Geek Die entwaffnend ehrliche Autobiografie des Mannes, „who used to be an actor when he was a kid“. Nach Erfolgen als Kinderstar in „Stand by me“ und natürlich (wenn auch kontrovers) Wesley Crusher in TNG blieben weitere Rollen aus. Erst mit seinem WWdN Blog schafft er es, sich neu zu definieren, und ist seitdem viel mehr als „Just a Geek“. Identitätsfragen, der Umgang mit verflossenem Ruhm, Star Trek-Fans und -Conventions bilden den Hintergrund der Geschichten – eine Sammlung von bereits im Netz veröffentlichten Beiträgen, durch neue Texte zusammen gehalten.

Gordon Atkinson, RealLivePreacher.com Ein Baptistenpfarrer aus Texas schreibt anonym ein Blog über, ganz sprichwörtlich, Gott und die Welt, bevor seine gelungenen, anrührenden, nachdenklichen, spirituellen, traurigen Texte entdeckt und in Buchform veröffentlicht werden. Entstanden ist eine Sammlung von Essays, die mich angesichts meiner Entwicklung im vergangenen Jahr vielleicht besonders berührt haben, die ich aber trotzdem auch allen anderen Lesern, egal ob Atheist oder was auch immer, empfehlen kann.

Mark Haddon, The curious incident of the dog in the night-time beginnt wie ein Krimi (wer hat den Hund der Nachbarin mit der Mistgabel gemeuchelt?), entwickelt sich aber schnell zu einer Geschichte über das Erwachsenwerden – aus der Perspektive des autistischen Protagonisten. Die entsprechend vollkommen schnörkel- und emotionslose Sprache lässt dem Leser um so mehr Raum für eigene Gedanken und Gefühle.

China Miéville, Perdido Street Station habe ich schon hier beschrieben, aber ich bin halt noch immer beeindruckt – und das bei Büchern eines bekennenden Sozialisten. Die Fortsetzungstitel haben ebenfalls bereits ihren Weg in mein Regal gefunden.

Natürlich fällt auch mir auf, dass die Hälfte dieser Lieblingsbücher ihren Anfang im Web genommen haben, und auch vom Schreibstil mit kurzen Texten an die Blogs gemahnen, aus denen sie stammen. Mein Leseverhalten hat sich mit dem WWW durchaus geändert. Die permanent neuen Informationshäppchen, möglichst noch mehrere gleichzeitig, mit denen man sich dort konfrontiert sieht, machen es mir zunehmend schwerer, mich noch auf lange Texte einzulassen. Vielleicht bin ich aber einfach nur wählerischer geworden, womit ich meine Zeit verbringe – wie die Beispiele zeigen, ist ein guter Roman schließlich immer noch in der Lage, mich in seinen Bann zu ziehen. Nur gibt es davon so wenige…

Hat der alte Hexenmeister…

Und noch ein guter Grund, misstrauisch zu werden, wenn Samuel alleine spielt, und plötzlich nichts mehr zu hören ist: Der Kleine kann jetzt seinen Stuhl ins Badezimmer schieben, damit das Waschbecken erklimmen, den Stöpsel in den Abfluss stecken und den Wasserhahn aufdrehen!

On a related note: Seit wir Samuel haben, kann ich das Bedürfnis der meisten Deutschen „für die Kinder“ ein eigenes Haus zu besitzen noch weniger verstehen. Dann sitze ich in einer sündteuren Immobilie und sehe zu, wie mein Nachwuchs das noch jahrzehntelang nicht abbezahlte „Eigentum“ zerlegt!

Völker hört die Signale

Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber nach langem überlegen bin ich dann doch zu dem Schluss gekommen, dass der Neoliberalismus nicht nur in meinem eigenen Leben sondern gerade in diesem Land schon viel zu sehr um sich gegriffen hat. Zum Glück gibt es noch eine Institution, die den globalen Großkonzernen Paroli bieten kann, die ausgebeuteten Arbeitern und gerade Arbeitslosen eine Stimme und Hoffnung gibt.

Der Antrag ist abgeschickt, ab heute bin ich ver.di-Mitglied.