Bringen Glück

Samuel hat beim Rumtoddeln im Laden heute erst einmal eine ölflasche zerschellen lassen, und stand dann ganz bedröppelt vor dem Scherbenhaufen.

Der Verkäufer nahm’s zum Glück gelassen – seine einzige Sorge war, ob der Kleine unverletzt ist. Katharina allerdings fühlte sich anschließend verpflichtet, doch etwas zu kaufen, obwohl sie eigentlich gar nichts gefunden hatte…

Multiling

Wirklich sprechen tut Samuel ja noch nicht, aber die ersten Kleinigkeiten, die er irgendwo aufgeschnappt hat, werden sicht- (oder besser hör-)bar: Wenn wir ihm irgendetwas mit einem eindringlichen „Nein!“ verbieten, guckt er unschuldig, und sagt „No!“…

[Update] „Bye, Bye!“ gibt es jetzt auch (^_^)

Just a few numbers

George Bush gewinnt ‚the popular vote‘ – und hat dank der hohen Wahlbeteiligung (gut 60 %) die meisten Stimmen bekommen, die je ein US-Präsident hatte.

Und warum haben die Amerikaner jetzt Bush gewählt? Erste Umfragen zeigen, dass es nicht der Krieg im Iraq, der ‚War on Terror‘ oder die Economy war – sondern für die meisten (22 % der Befragten) stattdessen „Moral Values“. Ist klar, ein geschiedener Kandidat geht schließlich gar nicht! Deswegen hatte W. vermutlich auch unter verheirateten Frauen große Unterstützung – 74 % dieser Gruppe haben für ihn gestimmt. Aber die traurigste Zahl: In der Gruppe der 18-24jährigen haben nicht einmal 10 % gewählt! Mussten wohl dringend „GTA: San Andreas“ spielen, da kann man natürlich nicht mal zwischendurch nach draußen gehen…

The race is on

[10.43am] Four more years! Kerry gesteht seine Niederlage ein…

[12.29am] Ohio wird und wird nicht fertig. Wir gehen jetzt ins Bett (^_^)

[12.04am] Alles wartet auf Ohio…

[11.39pm] Wie sieht eigentlich dieses „Electoral College“ aus (und jede Menge weitere interessante Statistiken): Der Electoral Vote Predictor .

[9.52pm] Aktuell: Bush 196, Kerry 112 (270 benötigt) – aber die dicken demokratischen Staaten wie Kalifornien fehlen noch. Und natürlich die entscheidenden ‚Swing States‘.

[7.23pm] Um Peinlichkeiten wie vor vier Jahren zu vermeiden: CNN will broadcast a projected winner only after an extensive review of data from a number of sources . Und damit stehen sie nicht alleine da!

[6.49pm] Die „New York Times“ berichtet von langen Schlangen vor den Wahllokalen und Rekordbeteiligung: Knapp 60 %

[6.01pm] Die ersten Hochrechungen von der Ostküste sind da… immer dran denken: Republicans Red, Democrats, well, Blue.

[2.30pm] Außer der Präsidentschaftswahl werden heute in Illinois auch Senatsposten vergeben. Und die ersten Radiointerviews zeigen das Bild eines durchaus differenzierteren Wählers, als die Eindrücke aus den Medien das vermuten ließen, nach denen es nur stramme Republikaner oder Demokraten gibt, die die jeweils andere Seite als Inbegriff des Bösen und Inkompetenten sehen. Jede Menge Leute haben angegeben, für Bush als President gestimmt zu haben – aber die ‚Senatsstimme‘ dem demokratischen Kandidaten Barack Obama gegeben zu haben. Weil den Republikaner Alan Keyes einfach niemand mag… hier die genauen Zahlen .

[1.01pm] Live Berichterstattung per Audio Stream: Air America Radio

[12.21pm] Was wäre ein politisches Ereignis auf rowlff.de ohne Mark Fiore ?

[11.40am] Der „The Onion Election Guide 2004“ fasst die politischen Präferenzen der US-Bundesstaaten schon einmal zusammen…

[10.25am] Das Video zur Wahl: Eminem’s „Mosh“

[8.14am] Der aktuelle Stand der Wahl, live auf CNN

Mann beißt Hund

Während sich die deutsche Medienlandschaft noch riesige Gedanken über den Einfluss des letzten Videos von Osama Bin Laden vom vergangenen Wochenende macht (Hilft es Bush? Oder nicht? Und überhaupt?), ist das ganze hier praktisch untergegangen.

Die Kommentatoren haben sich zwar kurz die selben Gedanken gemacht, aber angesichts vollkommen ignoranter Umfrageergebnisse von anscheinend allesamt längst entschiedenen und ohnehin nicht umzustimmenden Wählern war der Spuk sofort wieder vorbei…

Allgemeine Einschätzung bleibt angesichts dieser Spaltung des Landes, dass die wenigen ‚Battleground states‘ und ihre Unentschlossenen wohl das Zünglein zwischen zwei spinnefeinden Lagern (die angesichts ihrer Einschätzungen der ersten Amtszeit Bushs in zwei verschiedenen Welten zu leben scheinen) sein werden. Eine letzte, sehr ausführliche Zusammenfassung der Situation noch schnell im Christian Science Monitor . Beim nächsten Eintrag wissen wir mehr. Oder auch nicht (^_^)

Go vote!

Wer am Dienstag als Sieger aus der Präsidentschaftswahl hervor geht, traut sich ja schon niemand mehr zu vermuten – die üblichen Umfragen lassen mal den einen, mal den anderen vorne liegen. Meistens Bush, aber dann behauptet wieder jemand anders, dass die Telefonumfragen, die nur über Landlines durchgeführt werden, die vielen jungen, zu Kerry neigenden, Wähler nicht erreichen, die nur ein Handy benutzen, und darum sowieso alles Unsinn ist. Wir werden sehen…

Fest scheint aber jetzt schon zu stehen, dass die Wahl wie das Debakel vor vier Jahren ein juristisches Nachspiel haben wird. Kein Präsident der vergangenen Jahrzehnte hat es so geschafft, die Bevölkerung nicht nur zu spalten, sondern den beiden Gruppen auch ein paranoides Misstrauen gegen den politischen Gegner mitzugeben: Schon jetzt sind in den vorgeblichen „Swing States“ Gerichtsverfahren anhängig. Wegen Wahlbetrugs, Beeinflussung und Einschüchterung von Wählern, fehlerhaften Wahllisten und zu Unrecht aberkannten Wahlrechten.

Klingt unglaublich, aber scheinbar gibt es schon so einige Ungereimtheiten: 60000 Briefwahlunterlagen sind spurlos verschwunden. In Oregon hat eine den Republikanern nahestehende Firma Wahlregistrierungen von Demokraten vernichtet. über 16000 Amerikaner sind in mehreren Bundesstaaten registriert und können so mehrfach wählen. Die allerorten verwendeten elektronischen Stimmgeräte sind nachgewiesenerweise unsicher und leicht zu hacken (was einen Sprecher des Herstellers zu der Bemerkung veranlasst hat, das „sei schon in Ordnung, Wahlbetrug ist schließlich strafbar, deswegen macht das keiner!“). Wenn sie denn überhaupt funktionieren – Testläufe sind regelmäß schief gegangen, oder so langsam, dass Wähler mehr als 10 Minuten gebraucht haben, um eine Stimme abzugeben!

Deswegen rufen auch gleich mehrere Gruppen dazu auf, am Wahltag mit Videokameras vor dem Wahllokal aufzulaufen, um die Vorwürfe anschließend auch belegen zu können – alles in allem eher einer Bananenrepublik würdig als einem „Beacon of Democracy“. Deswegen sind ja auch OSZE-Beobachter im Land (^_^)

Man kann die Polarisierung natürlich auch positiv sehen. Rekordzahlen von (gerade jungen und bislang besonders wahlunlustigen) Amerikanern haben sich neu als Wähler registrieren lassen (und gehen damit immer das Risiko des „Jury Duty“ ein), mit einer hohen Wahlbeteiligung wird gerechnet (obwohl ‚hoch‘ hier relativ ist, verglichen mit unter 50 % vor vier Jahren), die Zahl der aktiven Helfer geht in die Millionen. Wir sind auf jeden Fall gespannt, und verbringen „Election Day“ vor dem Fernseher, zusammen mit amerikanischen Freunden, um das gleich ausdiskutieren zu können… und freuen uns schon auf die nächste, todlangweilige Bundestagswahl. Da weiß man, was man hat!