Kleine Presseschau

In der vergangenen Woche ist es durch die „Blogosphere“ gegeistert. Ihr konntet es hier lesen. Ich hatte es bei Boing Boing abgeschrieben. Und jetzt hat es auch andere Medien erreicht: Der Spiegel berichtet über Kriegsspielzeug im Osterkorb .

Aber das Internet ist mittlerweile nicht nur Inspiration für Magazine auf toten Bäumen. In vielen Fällen stellt es einen schnelleren – und vor allem besseren – Ersatz dar: Immer mehr Amerikaner besorgen sich ihre Nachrichten aus europäischen Quellen . Bei der einseitigen Berichterstattung hier kein Wunder …

Das heißt natürlich nicht, dass es nicht trotzdem noch Artikel in US-Zeitungen gibt, die für Amerikaner lesenswert wären: USA-Today liefert „Verhaltenstipps für US-Touristen in Europa“ .

Cash, Baby!

Was Enron kann, kann ich schon lange: Dank ein wenig „kreativer Buchführung“ seitens Katharinas Labor, lasse ich mich für meine aktuellen Macintosh Programmier- („Can you do a fourth program, too?“) und vor allem Troubleshooting-Dienste („Help! Our harddisk with 120GB of movies doesn’t mount anymore!“) jetzt endlich in barer Münze entlohnen. Auch ohne offizielle Arbeitserlaubnis – und deswegen natürlich steuerfrei (^_^)

Eine Zeitlang waren die „Naturalien“ ja ganz nett, aber mittlerweile hatte ich wirklich alle Bücher, die ich je haben wollte, schon als Bezahlung bekommen …

„They say …“

Hat sich was mit „…it never rains in Southern California“! Die letzten zwei Wochen hat sich eine hartnäckige Sturmfront über dem Pazifik gehalten, die reichlich Niederschlag mit sich bringt.

Die Natur freut’s, aber uns geht der Regen langsam auf die Nerven – noch mehr vermutlich all‘ denjenigen, die nahe der Küste wohnen, und sich seit dieser ganzen Zeit mit vollgelaufenen Kellern und überschwemmten Straßen rumärgern können.

Sieh‘ an: Kaum war der Eintrag im Netz, klart es auf. Das hätte ich eher machen sollen …

Hush hush!

Wer braucht schon die „Bild“-Zeitung?

Katharina erzählte gerade so nebenbei, dass sie schon letzte Woche neben Oliver Kahn und seiner heimlichen Geliebten im „brik“ in München gesessen hat … (^_^)

Bunny’s got a gun!

Ein wenig habe ich das Gefühl, als wäre in den letzten Tagen der Eindruck entstanden, wir würden mit dem Gedanken spielen, in den USA bleiben zu wollen (die entsprechenden Visa-Fragen nonwithstanding).

Keine Sorge, es gibt viel zu viele Gründe, die gegen dieses Land sprechen: Neben der schrittweisen Aufgabe der Bürgerrechte und Demokratie hier (durch Patriot Act, Homeland Security, …) sind es noch jede Menge Kleinigkeiten, die uns garantiert nach Europa zurück treiben …

Spielzeugsoldaten im Oster-Geschenkkorb

wg. „Give Peace a Chance“-TShirt verhaftet

Außerdem gibt es ja auch mal hoffnungsfrohes aus Deutschland, wenn man so in den Spiegel schaut. Anscheinend hat sich das Gewerkschaftspack mit seiner Blockadepolitik endgültig ins Abseits manövriert, und der Kanzler hat endlich begriffen, dass man sie für die anstehenden Reformen am besten geflissentlich ignoriert!

Handy^H^H^H^H^HCellphone

In den letzten Tagen haben wir ein wenig überlegt, ob wir uns hier nicht auch Handys anschaffen. Ergo habe ich mal ein paar Prospekte und Webseiten gewälzt … abgesehen von der allgemeinen Rückständigkeit der USA in Sachen Mobilfunk (die SMS wird hier zum Beispiel gerade als die Innovation schlechthin gehypt – und mittlerweile bieten die Provider sogar, man höre und staune, Telefone an, die Nachrichten senden und empfangen können. Jawohl! Und bei besonders fortschrittlichen Anbietern kann man sogar an Kunden anderer Netze Nachrichten verschicken …), gibt es noch reichlich weitere Unterschiede:

Sehr ungewohnt ist die Tatsache, dass innerhalb von Mobilfunknetzen sowohl der Anrufer als auch der Angerufene das Gespräch bezahlen. Deswegen darf ich natürlich auch Geld abdrücken, wenn jemand auf meine Mailbox spricht. Das gleiche Prinzip gilt auch für SMS, für die sowohl der Versand wie auch der Empfang jedesmal kostet. Außerdem beginnt die Gesprächszeit nicht, wenn der Angerufene abnimmt, sondern sofort beim Wählen. Bei „Besetzt!“ oder „Keiner da!“ läuft der Gebührenzähler also auch!

Cellphones haben die gleichen Nummern und Ortsvorwahlen wie Festnetzanschlüsse, so dass ich nie wissen kann, was ein Gespräch nun wirklich kostet. Außerdem haben praktisch alle „Plans“ eine recht hohe Grundgebühr (üblicherweise ab $29.95), dafür aber tausende von Inklusivminuten – die wir nicht brauchen. Vielleicht überlegen wir uns das mit den Mobile Phones noch mal …

Han(n)over

Erst fand ich es ja ein wenig peinlich, und bezeichnend für US-amerikanische Geografiekenntnisse, als es im CeBIT-Werbespot im TV als Veranstaltungsort hieß: „Hannover, Germany“. Schließlich ist die Stadt nun wirklich nicht allzu klein, und könnte auch den hiesigen Eingeborenen bekannt sein … aber dann fiel mir ein, dass es in den Vereinigten Staaten auch ein Hanover gibt.

Wäre schon ärgerlich, wenn der arme Besucher in Alabama aus dem Flugzeug steigt, und gar keine Messe da ist! (^_^)

News from the homefront

„… die Stadt ziemlich kleinkarriert auf den ersten Eindruck, die Leute ziemlich depressiv …“

Soweit Katharinas Eindruck von ihrem Trip in die alte Welt. Ich hoffe wirklich, dass sich Deutschland ein wenig berappelt hat, bis wir in zwei Jahren zurück kommen!

Und für’s erste nehmen wir gerne die USA als unser zuhause – spätestens seit Katharina bei ihrer Einreise in Denver von dem netten INS-Beamten mit „Welcome back!“ begrüßt wurde … (^_^)

Halbzeit

How time flies! Wir sind tatsächlich schon 4 Monate in San Diego – und haben damit bereits die Hälfte unserer Zeit in Kalifornien hinter uns. Alles in allem gefällt es uns sehr gut (die kleinen Ausnahmen werden ja hier im Tagebuch ausführlich beschrieben), weswegen die Vorstellung, Ende Juni ins ungemütliche (dann heiße, und im Winter eiskalte) Chicago umzuziehen, wenig verlockend erscheint … und wir daher ernsthaft über eine Verlängerung unseres Aufenthalts hier nachdenken (^_^)

Katharina hätte in ihrem Labor auch genug sinnvolles zu tun, die Finanzierung allerdings ist ein wenig komplizierter (der ursprünglich bewilligte Projektantrag sah nun einmal den Wechsel nach Chicago vor), weswegen der Plan noch in der Anfangsphase steckt. Mal sehen …